Die drei Männlein im Walde
In diesem Wintermärchen von den Brüdern Grimm geht es um das uralte Thema von Gut und Böse. Ein Witwer, der eine gute Tochter besitzt, lässt sich nach der Befragung eines Orakels auf eine Heirat mit einer Witwe ein. Diese steht mit ihrer Tochter für das Böse. Während die neue Frau des Mannes ihre eigene Tochter mit Milch und Wein verwöhnt, bekommt die Tochter des Mannes nur Wasser – das aber auch für eine zukünftige, reine Entwicklungsstufe steht. Von ihrer Stiefmutter wird das gute Mädchen nun in den Winterwald hinaus geschickt um dort Erdbeeren zu suchen. Das scheinbar Unmögliche wird wahr, als das Mädchen die drei Männlein trifft. Sie teilt mit ihnen nicht nur ihr karges Brot, sondern ist auch bereit, den Schnee weg zu kehren. Dabei findet sie die Erdbeeren – ein Bild für die Herzenswärme, die der Erdenkälte abgerungen ist. Es ist gerade die Qualität, die der Stiefmutter und ihrer hässlichen Tochter fehlt. Die beiden können sich jedoch nicht über die Rückkehr der guten Tochter freuen, die zudem noch mit anderen schönen Gaben von den Männlein beschenkt wurde. Der bloße Neid treibt schließlich die böse Tochter ebenfalls in den Wald. Auch sie begegnet den drei Männchen. Es lässt sich denken, dass diese Begegnung anders ausfallen wird...
Nach einer weiteren Leidenszeit wird die gute Tochter von den Schikanen durch ihre Stiefmutter und deren Tochter befreit, als ein König kommt – im Märchen immer ein Bild für das höhere Ich des Menschen – und sie zur Frau nimmt. Doch als der König einmal längere Zeit abwesend ist, hat die Stiefmutter Gelegenheit, mit den hässlichen Eigenschaften ihrer Tochter die rechte Königin zu verdrängen. Lassen wir uns überraschen, wie auch in diesem Märchen schließlich doch das Gute siegt.